#126 Ich will nicht, dass mein Kind später wegen mir in Therapie muss
Shownotes
Manchmal reagieren wir auf etwas und denken einfach: So bin ich halt.
Ich kann kein Essen wegwerfen. Ich brauche immer Vorräte. Ich muss für alle sorgen. Ich werde nervös, wenn etwas knapp wird. Ich halte durch, auch wenn ich längst nicht mehr kann.
Aber was, wenn diese Reaktionen gar nicht erst bei dir angefangen haben?
In dieser Folge spreche ich mit der Psychologin Hannah Blankenberg darüber, wie Erfahrungen aus unserer Familiengeschichte über Generationen weiterwirken können. Über Krieg, Hunger, alte Rollen, unausgesprochene Verluste und darüber, wie Kinder manchmal unbewusst versuchen, etwas für ihre Eltern zu heilen.
Wir sprechen darüber, wie sich transgenerationale Prägungen heute in unserem Alltag, in Beziehungen, im Umgang mit Essen und im eigenen Nervensystem zeigen können und warum Verstehen allein oft noch keine Veränderung bringt.
Eine Folge, die tief geht und vielleicht den Blick auf einige deiner eigenen Muster verändern wird.
SHOWNOTES
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00:00:04: Das ist
00:00:05: viel gut in your body mit Katharina Lange.
00:00:07: Dein Podcast für ganzheitliche Gesundheit und ein neues Körperbewusstsein.
00:00:11: Komm gemeinsam mit mir auf die Reise zu deinem Wohlfühlkörper, indem du Hormone, Darm- und Nervensystem in Einklang bringst!
00:00:20: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge.
00:00:22: Viel Gut In Your Body.
00:00:23: Und heute habe ich wieder einen Gast bei mir, den ich mich besonders freue.
00:00:29: Bevor wir jetzt ins Thema einsteigen darfst Du dich gerne erst mal vorstellen.
00:00:34: Ja,
00:00:35: hallo.
00:00:36: Schön dass ich hier sein darf!
00:00:37: Ich bin Hannah Blankenberg.
00:00:40: Ich bin Psychologin, systemische Familienberaterin und ja liebe es Menschen quasi dahin zu führen wo sie alleine nicht so ganz weiter kommen und die meisten Menschen kommen somit zu mir und sagen ich will nicht das mein Kind wegen mir in Therapie muss und nicht das Therapie was schlechtes wäre.
00:01:03: Natürlich wollen die allermeisten Eltern ihrem Kind nicht schaden und tun es vielleicht doch auf die eine oder andere Art und Weise unbewusst und ungewollt.
00:01:12: Und wollen auch sich selbst besser verstehen, und dafür bin ich dann da.
00:01:18: Da komme ich dann ins Spiel und helfe und begleite!
00:01:23: Ja, ich finde das ist auch ein richtig wichtiges Thema und auch ein ultra wichtiger Job und ich feier das total, dass du dieses Thema in die Welt bringst Finde ich echt gut.
00:01:32: Und heute sprechen wir über transgenerational Traumata, das ist ja auch ein Teil den du ja mit abdeckst weil es ja Teil dieser ganzen Materie ist.
00:01:45: eigentlich wenn du Angst hast dass dein Kind wegen dir in Therapie muss dann weißt ihr schon du gibst ja automatisch irgendwas mit.
00:01:52: also da sprechen wir ja schon über so etwas wie Transgenerationales Trauma.
00:01:58: Wie kann, oder wie kann man das am besten verstehen?
00:02:00: Wenn wenn man das jetzt zum ersten Mal hört dieser Begriff der hört sich ja schon richtig krass an so.
00:02:04: Als ich den zum erst mal gehört habe dachte auch so boah krass!
00:02:08: Wie würdest du das beschreiben?
00:02:09: was passiert da, wenn ein transgenerationales Trauma weitergegeben wird?
00:02:14: Ja also ganz wichtig ist, da können wir vielleicht später nochmal raus dass es ja nicht nur Trauma wieder gegeben wird sondern eben auch andere Dinge und auch positive Dinge.
00:02:26: Aber wenn wir von transgenerationalen Trauma sprechen oder Traumata sprechen, es gibt eigentlich zwei.
00:02:33: Die ganz häufig synonym Verwänder werden.
00:02:36: Zwei Begriffe beziehungsweise wir sagen immer transgeneracional.
00:02:39: in Wirklichkeit gibt das auch intergenerational und transgenerional.
00:02:42: Also intergenerationales Trauma- oder intergenerationale Weitergabe von was auch immer wäre quasi von der Elterngeneration auf die Kinder Das wäre intergenerational.
00:02:56: Und transgenerational ist, dass du eben so zu sagen Dinge erben kannst von deinen Urgroßeltern, U-Uhrgroßältern, u-u-Urgroßöltern ja also von deiner ganzen Arne Linie und nagel mich nicht darauf fest aber ich glaube... Ich weiß nicht wer es gesagt hat, meine Franz Ruppert ein sehr bekannter Traumatherapeut sagt das geht bis zur sechs Generation.
00:03:23: Ich bin jetzt aber nicht ganz sicher, also wie gesagt müsste man jetzt noch mal die Studien checken.
00:03:27: Aber es geht auf jeden Fall eine ganze Reihe tief.
00:03:30: ja das heißt auch so tief dass wir's teilweise gar nicht mehr wirklich herausfinden können.
00:03:36: Es sei denn wir tauchen wirklich extrem tief in die Ahnenforschung ein wofür es natürlich auch super viele Informationen braucht dann eben in die Vergangenheit hinein.
00:03:47: Ja, was ich eben mit meinen Klientinnen mache ist die sogenannte Biografiarbeit.
00:03:51: Also das ist eine typische systemische Methode.
00:03:54: Das kann man auf ganz viele verschiedene Varianten machen oder Arten und Weisen machen.
00:03:58: Ich mach es überwiegend mit dem Genogramm.
00:04:00: Da zeichnet man wie so ne Art Stammbaum auf, wie so eine Art Familienstammbaum Und dann schaut man eben... Was ist denn da so gewesen?
00:04:10: Und da guckt man wirklich auf alles Mögliche.
00:04:12: Man guckt auf Also körperliche Erkrankungen, psychische Erkankungen.
00:04:18: Zum Beispiel gab es Suizide in der Familie, Alkoholismus, Depressionen.
00:04:26: Man macht wie eine Art Familienanamnese das was man halt noch weiß und man schaut aber natürlich auch darauf wie waren denn so die Dynamiken also die familiären Verhältnisse, die Geschwisterverhältnisse Eltern zueinander, der Großeltern zu den Eltern oder der Urgroßeltern zum Großelter.
00:04:46: Also man guckt sich wirklich eigentlich alles an und das ist wie so eine... Ja ich fühle mich dabei immer wie ein kleiner Detektiv weil letztendlich weiß ich ja auch nichts über meine Klienten.
00:05:01: Und wir gehen dann gemeinsam auf so ne Forschungsreise und Das ist sehr sehr sehr spannend weil man da eben Ja, einiges entdecken kann unter anderem zum Beispiel transgenerational vererbtes Trauma.
00:05:15: Und man hat das glaube ich oder ziemlich sicher ursprünglich erforscht an Holocaust-Überlebenden bzw.
00:05:25: an deren Enkeln.
00:05:27: Die sind nämlich dann quasi in Kliniken aufgetaucht und hatten Symptome die überhaupt nicht zu ihrem eigenen Leben und zu deren Erleben Passten.
00:05:37: Also die haben zum Beispiel gar keinen Hunger erlebt, aber hatten eben Themen, die damit zusammenhängen.
00:05:44: Die haben keine Gewalt gesehen oder keine.
00:05:49: neben ihnen ist niemand gestorben und trotzdem hatten die Flashbacks und Trauma erleben.
00:05:54: Intrusionen also sich aufdrängende Erinnerungen, die ja quasi gar nicht... zu ihnen selbst gehörten und da hat man dann zum ersten mal angefangen daran zu forschen, ob das nicht irgendwie aus anderen Generationen kommen könnte.
00:06:09: Ja, mittlerweile gibt es natürlich auch allerlei Tierversuche.
00:06:12: Ich glaube man hat mit Flöden geforscht wie hoch die hüpfen können.
00:06:16: Also man hat den dann... Man hat der Großeltern-Generation irgendwie so ein Deckel auf das Glas gemacht und dann konnten die natürlich immer nur irgendwie zehn Zentimeter hoch hüpften.
00:06:23: Und dann hat man festgestellt dass die Enkelflür Die sind dann auch nur zehn Zentometer hoch gehüpft obwohl sie den Deckel weggemacht hatten also die hätten eigentlich höher hüpfeln können.
00:06:33: Und beim Mäusen hat man es erforscht mit der Wegnahme der Eltern, also man hat die quasi künstlich verweist.
00:06:41: Die Kinder, den fehlten dann die Eltern, die hatten sozusagen Bindungstrauma.
00:06:45: und dann hat man festgestellt dass die Enkelmäuse sehr sehr ängstlich waren, ja?
00:06:51: Also das sie eben nicht so eine Grundresilienz hätten sondern dass die eben überdurchschnittlich ängster war.
00:07:01: So hat man ursprünglich eben gesagt, ah okay da muss irgendwas sein was irgendwie weitergegeben wird.
00:07:09: Was nicht zu den Menschen selbst gehört.
00:07:13: Ist ja krass weil wenn man sich jetzt mal so vorstellt dass die Generationen vor uns sicher gar nicht so intensiv damit beschäftigen wir das jetzt zum Beispiel machen?
00:07:23: Ja!
00:07:23: Da muss ja eigentlich jeder etwas tragen.
00:07:28: also ich glaube auch dass jeder was trägt, weil es gibt ja auch verschiedene Arten und Weisen wie das zustande kommt also wie das übertragen wird.
00:07:38: Wir sagen immer Erbe.
00:07:42: Es ist jetzt aber gar nicht so, dass in unseren Genen unbedingt rein... Also das ist nicht unbedingt genetisch bedingt Ja?
00:07:50: Aber es gibt eben mehrere Modelle wie das eben weitergegeben wird.
00:07:54: Das eine ist zum Beispiel so ein Soziokulturelles-Modell als es wird uns sozusagen Überzeugungen, die wir in uns tragen.
00:08:02: Werte... Das wird uns über Erziehung weitergegeben.
00:08:06: Soziale Normen und Regeln von unserer Gesellschaft.
00:08:09: All das wird uns auch über Sozialisierung, also über Erziehungen darüber wie wir aufwachsen weitergegehen.
00:08:16: In diesem soziokulturellen Modell ist es natürlich die Gefahr, dass wir über Erzierung genau das weitergeben was wir eben zum Beispiel gelernt haben.
00:08:25: Entweder genau das Gleiche machen, zum Beispiel auch Gewalt anwenden bei unseren Kindern oder dass wir kompensieren und vielleicht sogar überkompensieren.
00:08:32: Also dass wir sagen oh je je mein Kind hat das und ich habe das und das erfahren.
00:08:36: Das war für mich ganz schlimm.
00:08:37: also bekommt mein Kind genau das Gegenteil Und dabei verwechseln wir dann natürlich das unser Kind nicht wir als Kind sind und vielleicht was ganz anderes braucht.
00:08:47: Und nicht unbedingt das genaue Gegenteil davon braucht, ja?
00:08:51: Genau also das wäre zum Beispiel das sozio-kulturelle Modell, wie es über Erziehung weitergegeben wird.
00:08:56: Dann gibt's noch das Familiensysteme schon Modell.
00:09:01: Da guckt man eben auf die Dynamiken im Familiensystem.
00:09:03: Also
00:09:04: z.B.,
00:09:05: wenn es Familien mit sieben oder acht Kindern gab Gibt es eben anderen Dynamiken, als wenn es eine Einkindfamilie ist.
00:09:12: Und darüber entstehen dann zum Beispiel auch in den Eltern oder in uns Vorstellungen davon, wie Familie auszusehen hat.
00:09:19: Wie wir uns für unsere Kinder Geschwisterkinder wünschen und eben nicht in dysfunktionalen Familien also wo jetzt wirklich toxische, das war es Wort aber vergiftete Strukturen sozusagen haben.
00:09:31: ja, wo es diverse Rollen gibt wie zb schwarzes Schaf, Goldkind usw.. Ja, auch da herrschen bestimmte Dynamiken und auch die können wir eben über dieses familiensystemische Modell an unsere Kinder übertragen.
00:09:49: Und es gibt eben auch noch psychodynamisches Modell und epigenetisches Modelle.
00:09:52: also das biologisch-epigenetische Model wäre jetzt das nächste was wir denken würden wenn wir sagen okay das wird tatsächlich genetisch übertragend.
00:10:00: Epigenetik.
00:10:01: ich weiß nicht wie weiter deine Hörerinnen und Hörers schon so bewandert sind.
00:10:06: also da geht's quasi darum dass unsere, nicht unsere DNA verändert wird.
00:10:13: Aber sozusagen das Ablesen wird verändert ja?
00:10:16: Also die DNA kriegt wie so eine Art Post-It-Zettel dran an verschiedene Gene wo dann dran steht bitte hier ablesen, hier bitte nicht ablese.
00:10:25: und diese Post-Its werden sozusagen geklebt.
00:10:28: durch das was wir erfahren In der nächsten Generation wird dann zum Beispiel ein Gehen, was für Stressregulation eigentlich da wäre.
00:10:38: Das wird nicht abgelesen weil da dieses Postet dran klebt bitte hier nicht ablesen.
00:10:43: Folglich ist dann eben wie bei den Mäusen die Stressregulation verändert und sie sind irgendwie besonders ängstlich.
00:10:50: das wäre also quasi die Weitergabe über biologisch epigenetische Prozesse genau.
00:10:56: Und wie du schon gesagt hast ja unsere Vorfahren und Vorfahrtinnen haben dann natürlich, wie auch wir nicht alles gewusst und aufgearbeitet und ins Bewusstsein geholt.
00:11:09: Und deswegen einiges weitergegeben.
00:11:15: Ich bin der deiner Ansicht dass wir wahrscheinlich alle transgenerationale Themen in uns tragen.
00:11:24: Du hast jetzt gerade schon ganz viele Beispiele genannt, aber wie äußert sich das jetzt konkret im Alltag?
00:11:30: Wenn du merkst okay... Also wenn es jetzt wirklich alle betrifft.
00:11:37: Dann denkst ja vielleicht dran okay in meiner Familie ist vielleicht gar nichts Schlimmes passiert also zumindest weiß ich nix.
00:11:42: Aber woran würde ich das dann merken im Alltag?
00:11:47: dass da vielleicht doch was sein könnte?
00:11:50: Ja, das kann man natürlich nicht sagen.
00:11:51: Also es kann ich pauschal einfach nicht sagen weil das so vielfältig sein kann.
00:11:55: aber vielleicht mal ein Beispiel was vielleicht auch ganz gut zu deiner Community passt mit Thema Essen und Ernährung und so.
00:12:01: ja also wir haben ja zum einen wenn wir jetzt mal nur und dass ist schon wenig aber die meisten können gar nicht tiefer gucken als bis zu den Großeltern Du und ich, wir sind jetzt so Generationen der Millennials.
00:12:13: Unsere Eltern waren so Boomer und vor den Boomern war die Generation der Kriegskinder bzw.
00:12:19: Gen.
00:12:19: X wird gerne vergessen, die gibt es natürlich auch noch aber davor waren eben die Kriegs- und Nachkriegskindern Wenn wir da mal hinschauen unsere Großeltern haben den Krieg erlebt.
00:12:30: Krieg ist nie schön, Krieg is schrecklich, Kriege is schlimm Und sie haben im Krieg beziehungsweise dann vor allem in der Nachkrigszeit Hunger an.
00:12:38: Ja, also die haben eine Hungersnot gehabt in der Nachrichtszeit in Deutschland und dann gab es den berühmten Hungerwinter.
00:12:46: Und da sind ganz, ganz viele Menschen an Hunger gestorben.
00:12:49: Die mussten darum kämpfen.
00:12:50: Es gab zwar Lebensmittelmarken aber das war noch lange nicht garantiert dass die Lebensmittel dann auch verfügbar waren.
00:12:57: Also es wurde wirklich... ja, es war eine große Not ein großer Mangel Und ich weiß nicht, ob du mit deinen Großeltern da irgendwie schon drüber gesprochen hast.
00:13:09: Manche reden ja auch bewusst nicht darüber oder wollen das gar nicht.
00:13:11: Meine Oma hat mir zum Beispiel immer erzählt wie ihre Mutter also meine Ur-Oma für sie.
00:13:15: Sie hatte immer das Brot eingeteilt ein Brot musste für eine Woche erreichen und dann hat sie wirklich immer die Scheiben schon vorher so eingeritzt Montag Dienstag Mittwoch und so.
00:13:26: Und meine Oma hatte immer ganz großen Hunger und hatte immer noch Hunger, obwohl ihre Ration halt schon aufgebraucht war.
00:13:31: Und dann hat meine Ur-Oma ihr immer Ihre Ration gegeben.
00:13:34: Also sie hat dann selber gehungert damit ihr Kind nicht noch hungrig ist.
00:13:40: Wir sehen das ja, oder ich habe das gelernt auch von meiner Oma.
00:13:43: Es wird nichts weggeschmissen.
00:13:44: Kein Essen wird wegggeschmissen.
00:13:47: Jedes trockene Brot jede Brotkante alles wurde aufgehoben.
00:13:50: Das wurde dann hinterher noch mal verwertet.
00:13:52: also Ich hab ganz wundervolle Kriegsgerichte immer bei ihr gekocht bekommen.
00:13:58: Ich mich
00:13:58: auch als Kind ey Ja, aus sowas eine arme Ritter kannte ich nicht.
00:14:02: Bei uns war es was Ähnliches, das hieß Katheiser Klöße, kennt wahrscheinlich keiner.
00:14:05: Aber irgendwie bei uns hieß dass so Katheizer Klöse und das war einfach das waren trockene Weißbrötchen, eingeweicht in Milch.
00:14:12: In gezuckerte Milch am besten noch so einen Zuckerwürfel in die Mitte rein gesteckt in dieses Brötchen und dann gab es noch Vanille-Sauce drüber.
00:14:19: Das ist halt dieses eingeweichte Brot, eingewächte Brötche.
00:14:22: alles was damit ist war meistens so aus dieser Zeit eben entstanden wo man aus dem kleinsten Bisschen noch irgendwas machen musste.
00:14:31: Und die haben natürlich eine ganz andere Wertschätzung auch Lebensmitteln gegenüber gehabt.
00:14:36: Ich denke immer daran zum Beispiel, wenn ich heute ne Erdbeere esse und überlege ob ich ne Erddbeere wegschmeiß oder nicht weil die irgendwie so angedutscht ist wie sie erzählt hat, wie Sie sich eine Erdbäre geteilt haben das ein Hochgenuss war diese Erdbehre in Scheiben auf einem Brot zu legen Da denk' ich immer dran mal zurückdenken, die haben eben diesen riesengroßen Mangel erfahren und das geht eben nicht spurlos an einem vorbei.
00:15:04: Die haben natürlich dann ihre Kinder mit der entsprechenden Mentalität groß gezogen Und dann gab es zum Beispiel die große Sorge davor dass sie eigenen Kinder hungern müssten oder eben nicht gut gedeihen sagt man Also dass sie nicht dick genug sind, nicht stabil genug sind.
00:15:22: Nicht gesund genug sind und also auch so Rotbäckchen-Saft oder so.
00:15:27: Das kamen wir auch aus der Zeit.
00:15:29: Und ja dann gab es was... Also wenn wir jetzt mal in die Generation der Buber gucken, gab es etwas, das irgendwie kaum einer weiß oder sehr wenigen noch wissen weil die Aufarbeitung dessen sehr spät angefangen hat?
00:15:44: Erst in den zweitausend Jahren.
00:15:46: Und das nannte sich Kinderverschickungen.
00:15:48: Und die Kinder, die wurden damals zum Beispiel bei der Einschulungsuntersuchung oder auch beim Kinderarzt einfach quasi untersucht.
00:15:58: und wenn der Arzt festgestellt hat oder irgendwer festgestellt.
00:16:02: Das Kind gedeiht nicht richtig.
00:16:03: also das hat vielleicht irgendwie ein bisschen Husten oder es ist einfach nicht... Das Gewicht passt irgendwie nicht in die Normkurve, oder es bräuchtet wohl einfach mal eine Luftveränderung.
00:16:16: Dann haben sie ne Kur angeboten und dann gingen die Kinder in Kur.
00:16:22: Und immer wenn jetzt meine Klientinnen berichten ja bei den Eltern waren damals in Kur und so, dann werd ich immer hellhörig weil die Kuren dieser Zeit nannten sich eigentlich Kinderverschickungen Ja, Kindesmissbrauch systematisiert sozusagen.
00:16:37: Die Kinder wurden da teilweise ... die Jüngsten waren so drei, vier Jahre alt.
00:16:43: Die meisten im Grundschulalter und die wurden ... Also wie verschickt wie ein Paket kann man beinah sagen?
00:16:48: Die wurden in Zug gesetzt, teilweise total alleine Und sind dann an die Nordsee nach sonst wo, irgendwo hin wo die Luft besser war In Kurheime, in Verschickungsheime verschickt worden sozusagen.
00:17:04: und dann waren die da sechs Wochen lang.
00:17:07: Und zwar komplett alleine, also ohne ihre Eltern.
00:17:11: Das ist schon mal saukrass weil das erstens in einem Alter wo sie ja wirklich noch sehr bindungsbedürftig sind.
00:17:20: Also wo man einfach Jeder, der sich Kinder hat wird verstehen im Kindergarten gibt es eine Eingewöhnung.
00:17:26: Das dauert bei manchen auch ganz schön lange bis das Kind vertrauenfastig in ne neue Umgebung eingewöhnt.
00:17:31: Auch an der Grundschule sind viele Kinder ja teilweise noch so.
00:17:34: die brauchen erst mal eben ne Zeit bis sie vertrauen fassen und so brauchen die Eltern immer noch als Sicherheitsanker was auch total normal ist.
00:17:41: Und damals wurden die halt einfach hin zugesetzt und schüssi und sechs Wochen und ihr hört sechs wochen nichts von uns und wir auch nicht von euch.
00:17:49: Also allein das, da kriege ich schon wirklich Beklemmungen.
00:17:52: Weil alleine das schon so schlimm gewesen sein muss für die Allermeisten.
00:18:00: Ja und Ich würde mal unterstellen dass die meisten Eltern es tatsächlich auch im besten Wissen und Gewissen gemacht haben also die gar nicht wussten was da abgeht.
00:18:12: ja Würde jetzt einfach mal unter stellen.
00:18:14: wir hoffen einfach mal dass sie's nicht willentlich ihren Kindern geschadet haben.
00:18:18: Na ja, und dann waren die Kinder da eben sechs Wochen in Kuren.
00:18:20: Was da dann passierte war in den allermeisten Fällen Gewalt.
00:18:26: Ziemlich heftige Gewalt!
00:18:27: Ja?
00:18:27: Also sie wurden teilweise nachts an Betten festgebunden damit die nicht aufstehen.
00:18:31: Die wurden beschämt, bestraft, geschlagen wenn sie ins Bett gemacht haben Wenn Sie Angst hatten, wenn sie Heimweh hatten... ...wenn sie geweint haben.
00:18:40: Sie wurden teilweise also das ganze sehr viele Berichte, dass die Kinder eben zum Essen gezwungen wurden.
00:18:48: Weil das eben ein Maß des Erfolgs der Kur war.
00:18:53: ja also das Körpergewicht wurde gemessen und die sogenannte Atmungsbreite also wie toll die Lungen jetzt sich entfalten können und wie der Brustkorb sich beim Atmen weitet was weiß ich aber eben auch das Gewicht und deswegen war Gewichtszunahme schon ein sehr wichtiges Ziel in dieser Kur.
00:19:09: Und die wurden teilweise so sehr zum Essen gezwungen, dass sie erbrochen haben und sie wurden teilweise gezwogen ihr Erbrochenes wieder zu essen.
00:19:19: Also es gibt wirklich Berichte.
00:19:22: wer sich dafür interessiert kann ein bisschen recherchieren.
00:19:24: Es gibt auch einen Buch das nennt sich Verschickungskinder.
00:19:27: es gibt auch eine Internetseite wo Erfahrungsberechte geschildert sind und ich kann jedem nur empfehlen vorsichtig nicht mit Gewalt aber vorsichtig vielleicht mal bei seinen Eltern nachzufragen ob's da sowas gab wie ne Kur und wie das erlebt wurde.
00:19:41: Weil allein das ist ja so traumatisierend, dass muss aufgearbeitet werden.
00:19:50: Und wenn das eben nicht aufgearbeitelt wird dann zeigt sich das weiter und kann sich das eben soweit zeigen, dass zum Beispiel die Menschen, die es selbst erlebt haben später Probleme mit dem Essen haben.
00:20:04: Die kriegen dann
00:20:05: z.B.,
00:20:06: wenn sie im Restaurant zu große Portionen bekommen wird den sofort schlecht oder die direkt haben, die keinen Appetit mehr.
00:20:12: Die können nicht mehr weiter
00:20:13: essen.".
00:20:14: Oder ganz im Gegenteil sie hungern oder sie leiden an übermäßigem Essen und emotionalem Essen.
00:20:20: Es gibt so keine Kontrolle da drin.
00:20:22: Ja es gibt nur das eine oder das andere.
00:20:25: Nur dass ich zwing mir das rein oder Kompensation durch überessen ja Auch das wird dann natürlich an die Kinder vererbt.
00:20:35: Und so kann es zum Beispiel in so ganz unspezifischen Symptomen sich zeigen, wie dass du heute zum Beispiel bei großen Portionen die Krise kriegst und denkst, oh nee, das ist mir viel zu groß!
00:20:47: Da kriege ich direkt eine Ableigung und ich kann nur kleine Portionen essen.
00:20:51: Und man denkt so naja, so bin ich halt ja?
00:20:53: Und in Wirklichkeit ist das vielleicht ein Spurtessen was deine Eltern damals erlebt haben.
00:20:59: Also S-Störungen sind auch sowas, wo man wirklich mal nach Traumageschichten gucken darf und auch mal in der transgenerationalen Ebene gucken kann ob das da irgendwie so eine Geschichte ist.
00:21:14: Das kann zum Beispiel auch gibt es eine Autorin die das sehr... häufig behandelt und sehr ausführlich behandelt Sabine Bode heißt sie.
00:21:25: Und die hat auch ganz viel über transgenerationales Trauma geschrieben, und sie hat auch die Geschichte eines kleinen Mädchens geschildert, ja, die damals auf dem Feld im Kartoffelschalen gesucht hat und die gegessen hat.
00:21:44: Der Körper musste alles drin behalten was er drin behalten konnte damit sie eben nicht verhungert.
00:21:51: Ihre Tochter hat immer Verstopfung gehabt.
00:21:54: Sie hat Ewigkeiten lang Abführmitteln Missbrauch betrieben, also Missbraucht gehen braucht.
00:22:00: wie auch immer sie konnte eben anders nicht auf Toilette und das war sehr wahrscheinlich eine Spur davon dass eben ihre Mutter quasi schon dieses.
00:22:08: ich muss alles der Körper muss alles drin behalten was er halten kann.
00:22:13: ja und deswegen kann man das nicht so genau sagen.
00:22:16: wie zeigt sich das im Alltag?
00:22:17: weil Alles kann nix muss, manches ist Korrelation und Zufall.
00:22:21: Und anderes ist vielleicht tatsächlich die Kausalität und kausal durch gewisse Dinge beeinflusst, die eben lange, lange vor uns passiert sind.
00:22:32: Das harte Tobak!
00:22:33: Ja
00:22:34: ja es ist wirklich... Man darf sich da auch wirklich selber immer wieder achtsam mit sich umgehen, auch wenn man auch solche Erfahrungsberichte liest und so.
00:22:44: Ich sage deswegen auch immer, wenn ihr auf Forschungsreise gebt mal anfangen eure Großeltern, wenn die noch leben zu fragen.
00:22:51: Dann immer mit Achtsamkeit und immer mit dem gewissen Feingefühl möchten sie das erzählen können die das erzähln weil natürlich kann auch dieses Erzählen retraumatisieren beziehungsweise immer wieder belastend sein.
00:23:06: Das wissen wir ja mittlerweile auch dass Trauma nicht dadurch heidet dass wird rüber reden Sondern dass es dann eher sozusagen noch verstärkt und verschlimmert werden kann oder sich festigt, wenn wir immer und immer wieder das erzählen.
00:23:19: Deshalb auch da alle Forschungsdrangen zum Trotz achtsam sein, wen wir mit Fragen löchern.
00:23:28: Ja auf jeden Fall.
00:23:29: aber ich glaube die Geschichte hat sie mir auch schon mal... Also ich kannte die Geschichte, du hast mir das glaube ich schonmal erzählt Aber das jetzt nochmal so zu hören Das geht sehr tief.
00:23:41: Ich denke dann auch immer so an meine eigene Familie und da haben wir eine eigene Familiengeschichte.
00:23:45: Meine Großeltern sind auch beide Kriegskinder, die haben beide den Krieg als Kinder mit erlebt.
00:23:52: Und meine Oma ist auch ganz früh war die Weisenkind und die ist dann zu einer Tante gekommen.
00:23:59: Bei der Tante hat sie ... Das war halt wie die böse Stiefmutter quasi.
00:24:03: Da wurde sie auch richtig gelitten auf jeden Fall.
00:24:07: Total ungern über ihre Kindheit geredet und alles, was da war.
00:24:11: Und sie ... Für Sie war das immer so.
00:24:12: Sie hat Ihre Liebe immer gezeigt, überessen.
00:24:14: Mhm,
00:24:15: super!
00:24:16: Damit die Enkelkinder ... Die Enkelkindler wurden mit Süßigkeiten vollgestopft.
00:24:20: Bei meinen Freunden hieß meine Oma immer die Bom-Bom-Oma.
00:24:23: Die halt echt ... Die hat so mit Süssigkeiten um sich geworfen, weil die auch immer gesagt hat... Jetzt kann sie damit eben einfach ... weiß ich nicht, vielleicht war das auch ein Gefühl von Freiheit oder so und dass man es halt selber entscheiden konnte wann man was ist, Süßigkeiten ist oder whatever.
00:24:40: Aber da denke ich ganz oft dran, dass meine Oma da sehr... Meine Mama genauso, die zeigt ihre Liebe auch darüber, dass sie zum Beispiel Lieblingsessen kocht.
00:24:50: Der fällt das total schwäbe Gefühle zu sprechen.
00:24:52: aber die macht das dann immer so eine ... Die Kinder kommen nach Hause, dann fragt sie immer was wünscht ihr euch zu essen?
00:24:57: Und dann macht die immer Lieblungsessen für alle.
00:24:59: Und dieses Bemuttern und Umsorgen.
00:25:02: Und hast du denn genug?
00:25:03: Und brauchst du noch und dies und jenes, das ist so.
00:25:04: ihre Art.
00:25:05: Versorgung ja
00:25:06: Ja versorgen
00:25:08: Ja und es ist auch logisch und vielleicht heilt ein Stückchen von ihnen selbst damit.
00:25:15: Wir kennen das ja auch wenn wir irgendwie jetzt du und ich haben Kinder Überlegen, ah ja cool, Matratzenlager und Fernsehgucken im Wohnzimmer.
00:25:25: Und in dem Wohnzimmerschlafen auf Matratze oder so.
00:25:28: Und dann denkt man so hätte ich nie geduft, mega mach' ich jetzt mit meinem Kind.
00:25:33: Oder was haben wir neulich?
00:25:34: Mein Kind wollte unbedingt eine Zeitschrift kaufen diese Höllen-Zeitschriften aus der Hölle wo einfach nur Plastik
00:25:40: drin ist.
00:25:41: Da war da ein Tamagotchi drinne!
00:25:43: Ich hab direkt gesagt Ja kaufs
00:25:45: Kauf's,
00:25:45: ich will auch damit spielen.
00:25:46: Ich durfte nie Tamagotchi haben und dann durfte mein Kind das Tamagotschi haben.
00:25:52: Und so in Kleinigkeiten und so, da darf es ja auch wirklich sein.
00:25:56: Da darf man sich locker machen, dass sie dann kommen.
00:26:00: Habt du das Tamagochi?
00:26:01: Und gleichzeitig dürfen wir halt immer im Hinterkopf behalten, unser Kind ist nicht unser inneres Kind.
00:26:08: Wir dürfen natürlich ein bisschen nach Bealterung und Heilung erfahren darüber, dass wir es mit unseren Kindern anders machen Und gleichzeitig sind die nicht wir.
00:26:18: Also dann darf man einfach nicht Kind mit innerem Kind verwechseln, die brauchen vielleicht was ganz anderes und die brauchen nicht dass wir... also Kinder wollen ja auch immer die Eltern heilen.
00:26:31: das ist aufzuspannend.
00:26:32: sie erben quasi einen Heilungsauftrag von uns und das ist tragisch.
00:26:39: und trotzdem ist es bei jedem Kind so Die Erben, den Auftrag uns rückwirkend zu heilen und sie werden alles dafür tun.
00:26:49: Das heißt zum Beispiel auch die Tochter einer Mutter, die selbst nicht gut versorgt wurde von ihrer Mutter wird sich anbieten, sich bestmöglich von Ihrer Mutter versorgen zu lassen um darüber dem Mutterrückwirken zu heilen.
00:27:07: also sie wird der Mutter ermöglichen Sie als ihr Kind, so gut zu versorgen wie sie selber das nicht erleben durfte.
00:27:15: Und das ist so spannend und das ist auch das wo ich immer sage... Das ist der eigentlich Kern dessen was ich auch mache und woran ich arbeite weil die meisten Leute haben ja heute verstanden, die meisten Eltern haben heute verstandenen dass sie ihrem Kind schaden wenn sie Strafen erpressen drohen es beschämen also die klassische autoritäre Erziehung.
00:27:38: Aber wir können unserem Kind auch viel subtiler und unbewusster schaden, indem wir so was zum Beispiel nicht erkennen.
00:27:46: Und das dann weiterleben.
00:27:48: Und unseren Kind damit aber eine ganz schöne Bürde geben und es eben nicht wirklich authentisch und alleine für sich selbst sorgen kann und es selbst sein kann sondern ist immer noch versucht etwas für uns zu sein.
00:28:04: Das ist auch ein bisschen der Kern.
00:28:06: Also dieses Thema ist auch, ich will nicht dass mein Kind wegen mir ein Therapie muss.
00:28:10: Gar nicht so sehr ich schade ihn bewusst oder weil ich falsche Erziehungsmethoden oder sowas anwende sondern eben bei mir all diese subtilen Dynamiken gar nicht bewusst sind und ich dann aus versehen ja ohne es zu wollen solche Sachen Weitertrage.
00:28:23: und Weiternehmung
00:28:25: Ja das ist auch krasses Thema.
00:28:27: Das war zum Beispiel auch einen Grund warum ich mich gegen ein zweites Kind entschieden habe Weil wie du es ja gerade sagst, das eigene Kind gibt dir die Chance zu heilen.
00:28:40: Und das erklärt dann auch warum sowas dann immer erst so richtig bewusst wird wenn du Kinder hast.
00:28:46: Dann kommt das halt einfach alles so und du realisierst dann erst krass.
00:28:52: Da merkt man ja auch was man eigentlich alles falsch machen kann.
00:28:55: Ja!
00:28:56: Da habe ich für mich beschlossen... Ich mache jetzt bei meinem Kind so gut wie ich kann, im besten Wissen und Gewissen was ich machen kann.
00:29:04: Mein Bewusstsein was ich habe aber ich möchte kein weiteres
00:29:07: Kind.".
00:29:08: Ja, wie krasser war oder?
00:29:10: Also gerade das ist...ich finde es so eine krasse Entscheidung weil das so ja.
00:29:18: also ich höre auch immer die ganz die aller verschiedensten Sachen.
00:29:22: also an der Stelle Darf ich gerne mal aus dem Forschungsnähkästchen plaudern?
00:29:27: Es gibt übrigens keinen Nachteil für Einzelkinder.
00:29:31: Also jede, also auch wirklich aus familiensystemischer Sicht.
00:29:37: Zum einen Forschung hat es schon bestätigt.
00:29:40: Einzel Kinder genau wie zwei Kinder, drei Kinder
00:29:42: usw.,
00:29:43: alles hat seine Vor- und Nachteile.
00:29:46: Und jeder hat Herausforderungen und Stärken.
00:29:51: Das gibt eben nicht... den Beleg dafür, dass einzelne Kinder zum Beispiel unglücklich und traurig oder egoistischer oder nazistischer.
00:29:58: Oder sonst irgendwas wären.
00:29:59: Stimmt einfach nicht.
00:30:01: Gibt die Forschung zumindest aktuell?
00:30:03: Nicht her!
00:30:04: Deswegen da eine Berührung vielleicht für alle Einkindeltern.
00:30:09: Ja und was man dann aber immer auch hört dieses oh das ist so egoistisch und wie kannst du denn dein Kind alleine lassen?
00:30:14: usw.
00:30:15: Und ich finde gerade das es ganz oft genau wie zb Menschen sich ganz bewusst gegen Kinder entscheiden ist das oft viel stärker überdacht und viel weniger vom eigenen Ego, von den eigenen Bedürfnissen und Wünschen gesteuert.
00:30:31: Ja
00:30:33: Und oft auch mit einem gruten Schmerz und einem Abschied verbunden.
00:30:37: also Weil wenn du jetzt für dir vorstellst, weißt nicht wie es bei dir war.
00:30:40: Aber wenn du dir jetzt vorstellest, du hättest eigentlich gerne noch ein Kind gehabt oder deinen Lebensentwurf beinhaltete immer zwei oder drei Kinder und dann stellst du aber zum Beispiel fest vielleicht bekommst du neurodivagentes Kind oder bist selber neurodivergent?
00:30:53: Oder wie auch immer musst auf einmal deine Angehörigen pflegen oder keine Ahnung und du stellst fest, ähm... Eigentlich würde mich ein weiteres Kind das wievielter auch immer es ist in Ressourcennot bringen und eigentlich würde uns das überfordern.
00:31:09: oder eigentlich kriegelt unsere Partnerschaft schon.
00:31:11: Und ich bin mir gar nicht sicher, ob das dann hält oder weiß ich nicht?
00:31:15: Oder vielleicht könnte ich es nicht so versorgen weil ich kann ein Kind bedürfnisorientiert gut begleiten was schon anstrengend ist aber ein weiteres vielleicht nicht mehr ja und da dann zu sagen Ja Scheiße ey!
00:31:28: Ich habe's mir echt so gewünscht und ich vermisse das oder ich hätte es so gerne Aber ich muss ehrlich zu mir sein passt leider doch nicht in mein Leben rein.
00:31:38: Ich finde das ganz, ganz stark und da darf man einfach auch nicht vergessen dass es wirklich für die Menschen auch mit dem Trauerprozess verbunden sein kann sich von so einem Lebensentwurf zu verabschieden.
00:31:50: Ja
00:31:50: ja weil ich meine ich komme auch aus einer Familie, ich habe ein Bruder Und ich lieb meinen Bruder und wir hatten eine mega schöne Kindheit.
00:31:56: und mein Gedanke war immer natürlich kriegst du zwei Kinder Ganz logisch.
00:32:02: Aber es wurde auch so Weil dann so nach der Mutter beschäftigen sich ja auch miteinander, dass man halt immer so hört.
00:32:08: Aber das kann ja auch ins Gegenteil umgeschlagen, dass sie sich da nur kloppen.
00:32:12: Ja, kann alles sein!
00:32:14: Ich hab mich mit meiner Schwester auch immer nur geklopft.
00:32:18: Dann hast du ja auch keinen Frieden.
00:32:19: und dann denkst du ja, warum habe ich jetzt zwei?
00:32:21: Jetzt kloppt die sich die ganze Zeit... Aber auch
00:32:24: das ist zum Beispiel so spannend,
00:32:25: gell?
00:32:26: Weil du sagst jetzt ne, warum hab' ich jetzt zweie?
00:32:28: oder ich hab' die Erwartung, dass die sich miteinander irgendwie gut connecten.
00:32:33: Auch das ist ja schon ein Auftrag.
00:32:35: Und das ist so krass, deswegen das mache ich auch ganz oft mit Klientinnen überhaupt erst mal.
00:32:41: also manchmal kommen sie zu mir mit der Frage was sagst du dazu Hannah?
00:32:46: Wir hätten jetzt gerne noch ein weiteres Kind Und ich würde ein Teufel tun, irgendjemandem da irgendwas zu raten.
00:32:51: Weil oh mein Gott was für eine Lebensentscheidung!
00:32:53: Wer bin ich da irgendwie mir anzumaßen das irgendwie bewerten zu können?
00:32:59: Aber was wir machen ist dass wir mal die eigene Geschwistergeschichte angucken und eben auch Familiendynamik angucken.
00:33:05: Und schauen wo kommt dann überhaupt der Wunsch her oder der Gedanke Ich möchte jetzt zum Beispiel ein zweites Kind ja ich habe ein einzig Kind ich möchte ein zweites Kind.
00:33:13: Und dann kommt eben ganz oft auch das was du gesagt hast gerade irgendwie der so einen Spielpartner haben.
00:33:18: Oder es ist so eine schreckliche Vorstellung, wenn wir Eltern sterben dass unser Kind alleine ist.
00:33:23: Das soll noch jemand anderen haben auch um vielleicht Fragen über unsere Tod oder über unsere Fliege oder sonst was zu erklären sollen nicht alleine sein und da wo das ist ganz natürlich wir müssen uns dafür auch nicht schämen wenn wir solche Gedanken haben.
00:33:36: aber da müssen wir uns einfach sehr bewusst sein dass wir damit einen Auftrag an das Kind geben und teilweise an das ungeborene kind und teilweise auch anders bereits was da ist?
00:33:45: ja also dieses an das ungeborene Kind.
00:33:48: Du sollst Partner für dein bereits geborenes Geschwisterchen sein, du sollst dem zur Seite stehen ihr sollt euch verstehen und so weiter.
00:33:55: Ihr sollt Euch grün sein, ihr sollт Euch am liebsten lieben usw.
00:33:59: Und da bekommen wir ein Kind mit einem Auftrag und das ist streng genommen nicht in Ordnung.
00:34:04: also es ist streggenommen nicht in ordnung einen kind auf die welt zu bringen was bereits eine Aufgabe hat.
00:34:10: und deswegen auch da dürfen wir immer gucken Wie war das denn in unserer Familiengeschichte?
00:34:17: Und wie waren da die Beziehungen, wie waren vielleicht die Sehnsüchte.
00:34:20: Also manche Einzelkinder sagen zum Beispiel auch... Gott, ich war so schrecklich als Einzelkind!
00:34:26: Mein Kind soll unbedingt viele Geschwister haben.
00:34:30: Andere sagen auch wir waren immer zu fünf und es war so toll, ich will auch unbedingt vier Kinder oder fünf Kinder.
00:34:35: Und wieder andere sagen boah, wir waren fünf Kinder und ich fand's so schlimm bei mir werden auf jeden Fall weniger.
00:34:41: Also das ist so hoch individuell Und das schwingt immer sehr stark die eigene Geschichte mit.
00:34:48: Ja,
00:34:49: das stimmt.
00:34:51: Das ist ultra spannend diese ganzen Dynamiken.
00:34:53: aber lass mal kurz darauf eingehen oder sei es kurz, jetzt auch noch mal Dieb.
00:34:59: Kurz kommen wir richtig gut.
00:35:03: was bedeutet das denn wenn man jetzt merkt okay da sind solche Muster vorhanden und ich möchte sie gerne aufarbeiten Das reicht ja manchmal nicht, das nur kognitiv zu verstehen.
00:35:13: Gerade auch wenn es vielleicht was Traumatisches war oder so... Da muss man auch den Körper ein bisschen mitnehmen.
00:35:20: Wie sind da deine Erfahrungen?
00:35:22: Ja unbedingt!
00:35:23: Also ich sage immer reden und verstehen ist auf jeden Fall unglaublich wichtig weil da wo ich nichts weiß.. Ich sag' nicht dass da gar nix funktionieren kann, das stimmt nicht.
00:35:34: Weil wenn wir damit Körpermethoden arbeiten dann reicht's manchmal auch obwohl wir gar nicht wissen was da ist und woher kommt.
00:35:40: Aber es ist oft hilfreich, weil wir sind halt so kognitive Wesen in so einer durchdachten Welt sag ich mal.
00:35:49: Dass das eben helfen kann sich selbst zu verstehen Es kann vor allem auch helfen milde mit sich zu sein.
00:35:55: Also dass man eben zum Beispiel weiß ach guck ma hier spricht gerade meine Großmutter aus mir die irgendwie jetzt froh wäre Okay wasch mal.
00:36:04: Irgendwann hat's geklingelt?
00:36:07: Machen wir Pause Ich fange da nochmal mit Großmütter an Ja, jetzt sind die immerhin weg.
00:36:57: Sehr gut!
00:36:58: So was habe ich gesagt?
00:36:59: Großmutter.
00:36:59: Warte versorgen essen... Genau.
00:37:05: also
00:37:08: ja
00:37:10: sich zu verstehen kann auf jeden Fall helfen dass ich milde mit mir sein kann.
00:37:14: Also wenn ich zum Beispiel jetzt merke beim Essen zum Beispiel oh da spricht jetzt gerade meine Großmuter aus mir die auf gar keinen Fall den letzten Bissen übrig gelassen hätte, weil es wird nichts weggeschmissen und ich muss noch die ganzen Reste aufessen.
00:37:26: Auch für meinen Kindern die ganzen Brotkanten in mich reinschieben und den letzten Rest aus Topf kratzen und ihn auch noch in mich reinstopfen obwohl ich eigentlich selber total satt bin.
00:37:35: Darf' ich auch milde mit mir sein sagen?
00:37:36: Ah guck mal!
00:37:38: Ich versuche da gerade was zu reparieren, das gar nicht zu mir gehört.
00:37:42: Oder meine Vorratshaltung, dass ich irgendwie zwanzig Packungen... Keine Ahnung was!
00:37:46: Klopapier, Mehl, Nudeln weiß ich nicht immer alles auf Vorrat halten nichts wegwerfen können also bloß nicht in diesen Mangel zu geraten dass das nicht da ist zum Beispiel.
00:38:00: Und auch da, weil jetzt sagt's Körper aber so eine ganz banale Übung
00:38:03: z.B.,
00:38:04: kann da schon sein sich mal sanft an so einen Mangel zu gewöhnen.
00:38:08: also mal zum Beispiel wenn wir jetzt bei Klopapier sind ja war ja der Corona-Krise total des Dinges Klop Papier zu horten.
00:38:16: Aber jetzt zum Beispiel die Stichwort Kloppapier.
00:38:18: So ich merke jetzt okay das Klop papier geht zur Neige und Ich versuch Mal mich davon abzuhalten jetzt sofort die nächste Großpackung zu kaufen.
00:38:28: Sondern ich trau mich mal, dass es vielleicht leer gehen könnte.
00:38:32: Leben am Limit.
00:38:33: Genau das letzte Blatt und die letzte Rolle usw.
00:38:36: Und ja wir lachen jetzt darüber.
00:38:39: aber das kann natürlich wenn sowas für einen Thema ist oder auch vorer Zeitung was Lebensmittel wie gesagt betrifft.
00:38:45: Das kann schon triggern, das kann schon so eine innere Unruhe auslösen.
00:38:49: Aber dann festzustellen um wirklich also zu erfahren nicht drüber nachzudenken sondern zu erfahren okay Mist das keins mehr da.
00:38:58: Und dann aber festzustellen, ja geil ich kann Seba nehmen.
00:39:01: Ich habe Tempurtaschen-Tücher und irgendwie ist das nicht mein Untergang.
00:39:05: Also ich kann es überleben!
00:39:06: Es wird tatsächlich irgendwie funktionieren?
00:39:08: Das ist schon eine neue Erfahrung.
00:39:10: also da hat unser Nervensystem dann schon eine kleine Erfahrung gemacht von der Mangel bringt mich nicht um er ist gar nicht so bedrohlich und das klingt wie gesagt...
00:39:18: Das ist so witzig das ist halt voll.
00:39:20: meine Geschichte auch so jemand.
00:39:24: Ja.
00:39:24: Aber ich habe neulich auch mal so eine Erfahrung gemacht, da hab' ich auch gesagt, ich sitze das jetzt aus weil ich bin immer diejenige, die das auf dem Schirm hat wann es leer geht... Ich sitze
00:39:31: dass jetzt ausklingt in dem Zusammenhang aber auch geil!
00:39:34: Ich
00:39:36: sitz das auch weder als du gewartet, wie lange?
00:39:40: Nee, aber ich hab einfach die Verantwortung mal abgegeben.
00:39:42: Ich sag's, ich bin jetzt nicht mehr die, die fürs Club AB verantwortlich ist und ich lasse es jetzt einfach alle mal auflaufen so, ne?
00:39:49: Oh, da haste aber noch einen anderen Punkt mit reingebracht, Fährerin der Wissenschaft.
00:39:52: Ja, habe ich auch noch mit reingebracht.
00:39:54: Aber ja das auf jeden Fall und es war... Und weißt du?
00:39:57: Ich hab ja meine Alternativen weil wir haben zum Beispiel immer so eine Tempo-Box im Bad stehen also ist alles gut.
00:40:02: So.
00:40:03: Ja!
00:40:04: Und es kam dann auch so wie's kommen musste.
00:40:06: Klopapier war leer.
00:40:07: Dann werde ich als erstes gefragt sagen mal haben wir kein Kloprapier mehr.
00:40:12: Nee, haben wir nicht.
00:40:13: Du kannst ja auch mal drauf achten, wann das leer ist.
00:40:15: Ja stimmt hast recht!
00:40:17: Gut
00:40:17: und für mich war es eine wichtige Erfahrung dass die Welt nicht untergeht wenn das Tu-Papier alles.
00:40:22: und für meinen Mann war's eine wichtige Erfahrung dass er gecheckt hat okay ich kann da auch mein Auge darauf haben.
00:40:28: Ja voll wie gesagt da bringst du noch ein anderes Riesenthema mit rein.
00:40:31: müssen wir irgendwann darüber sprechen
00:40:33: über
00:40:33: dieses Thema Verantwortlichkeiten zu Hause und so weil da können wir uns auch immer ganz schön in so ne Falle schießen.
00:40:40: aber ja auch das Thema da mal sich darin zu üben, dass ein Mangel nicht automatisch lebensbedrohlich ist ermöglicht uns dann schon eine neue Erfahrung.
00:40:52: Und das kann wirklich schon verändern sein.
00:40:54: und ja jetzt hast du halt gesagt wie ändern wir das jetzt wenn wir das wissen?
00:40:57: also zum einen wie gesagt ich finde es super wenn wir überhaupt erstmal forschen und überhaupt erst einmal über unsere Familie lernen.
00:41:04: Bei den meisten hört es ja wirklich schon bei den Großeltern auf.
00:41:08: Die wissen über ihre Eltern noch ein bisschen was und über die ihre Großelter vielleicht noch ein ganz kleines bisschen, dann war's das aber schon und das ist auch nicht schlimm oder da haben wir nichts verpasst oder so.
00:41:17: Aber es ist eigentlich total schade so wenig über seine Ahnen zu wissen und deswegen da auf eine Forschungsreise zu gehen kann man zur Not auch mit... Es gibt Archive, die man anschreiben kann
00:41:30: usw.,
00:41:31: wenn man jetzt wirklich keine Ahnung von seinem Stammbaum hat Und eben überlebende Fragen.
00:41:37: Überlebende Frage, was weißt du noch über Sohn zu?
00:41:39: Was kannst du mir über Sohne so erzählen?
00:41:41: und genau das Wissen und Verstehen ist es eine.
00:41:45: und dann wissen wir ja mittlerweile heute aber auch dass Trauma eben also um Trauma zu integrieren und zu heilen um dieses Wort in den Mund zu nehmen braucht es eben neue Erfahrungen korrigierende Erfahrungen.
00:42:02: Das kann man eben mit verschiedensten Methoden machen.
00:42:05: Es gibt ja auch verschiedene Methoden der Traumatherapie wie jetzt zum Beispiel auch EMDR, was eher so eine hypnotherapeutische Methode ist wo wir mit Augenbewegungen arbeiten bilateraler Stimulation und damit quasi konkrete Ereignisse die wir erinnern.
00:42:20: also die können wir wieder in Erinnerung holen und wir können sie dann in dieser Methode sozusagen umschreiben, also die Geschichte neu schreiben.
00:42:27: Das heißt du wirst dann zum Beispiel von dem Täter nicht überwältigt sondern Du wirst gerettet in der Geschichte.
00:42:33: und das heißt dann auch nicht dass deine Erinnerung ausgelöscht wird und du dann hinterher wie so einmal Die Festbarte neu programmiert es gar nicht mehr weißt.
00:42:41: aber das erleben deines Körpers ist nicht mehr so krass Weil du eben weil dein Gehirn jetzt die Erfahrung abgespeichert hat ich wurde gerettete.
00:42:49: Es ist nicht schlimm die Situation ist vorbei.
00:42:51: wir müssen jetzt nicht mehr die ganze Zeit im Daueralarm bleiben.
00:42:54: Es ist vorbei und es ist gut ausgegangen, selbst wenn du weißt dass das nicht so war.
00:42:59: aber der Körper hat jetzt eine neue Erfahrung gemacht und das ist sehr faszinierend.
00:43:03: und deswegen also generell körpertherapeutische Methoden und körperliche Methoden immer immer immer.
00:43:09: Und wenn es auch nur eine Sache gäbe oder vielleicht zwei, die ich Menschen empfehlen könnte um ihr Nervensystem was ja überwiegend beeinträchtigt ist durch traumatische Erfahrungen zu regulieren.
00:43:24: Womit ich nicht meine, dass wir uns besser im Griff haben sondern womit ich meine das wir mehr Containment erschaffen, mehr halten können und mehr Flexibilität haben so dass wir von den Erregungszuständen oder den Untererregungszuständen leichter wieder in einen regulierten Bereich rein pendeln können.
00:43:41: Das mein' ich mit Regulation.
00:43:43: Und wenn wir davon mehr haben wollen und ich dürfte nur zwei Sachen sagen dann würde ich sagen tanzen und singen Ja geil Weil.
00:43:50: Ja, weil wir ... Trauma macht Starr und trauma macht Fest.
00:43:54: Und trauma macht Klein-und Eng.
00:43:57: Weil wir eben in ... Also Trauma ist immer Überwältigung.
00:44:01: Eine gefühlte Verlust der Sicherheit.
00:44:05: Das ist eine Erfahrung, wo wir einfach das Gefühl haben, wir haben jegliche Sicherheit verloren und können es auch nicht handeln mit den Strategien und Methoden die wir haben.
00:44:14: Wir sind also maximal überfordert.
00:44:16: Und Trauma folgen beziehen sich auf unser Nervensystem und bedeutet quasi, dass wir chronisch den Verlust von Sicherheit verspüren.
00:44:25: Und wenn das so ist... also wenn wir uns jetzt mal vorstellen Wir sind in Gefahr da hat keiner Lust zu singen und zu tanzen Da sind wir nicht kreativ!
00:44:32: Da verspülmen wir keine Lust, dafür spülen wir keine Freude.
00:44:34: Wir haben nicht irgendwie Bock um etwas Neues auszudenken oder keine Ahnung.
00:44:40: und Jetzt geht es nicht darum mit Gewalt uns dazu zu zwingend das Gegenteil zu tun sondern eher sanft wieder einzuladen, das zu tun um unserem Körper die Erfahrung zu schenken hey guck mal es ist sicher weil wenn's nicht sicher wäre würdest du gerade nicht singen und tanzen.
00:45:02: Das klingt so ein bisschen nach Selbstverarsch aber das ist einfach das Prinzip unseres Nervensystems.
00:45:06: wir haben ja Afferente und efferente Fasern, also welche die von der Peripherie, also von unseren Nervenenden in den Fingern Bauch überall zu unserem Gehirn gehen.
00:45:17: Und andere, die von unserem Gehören weggehen.
00:45:20: Und die, die zu unserem gehirn hingehen.
00:45:21: Also quasi... Die Nerven über unsere Körperempfindungen, über unsere fünf Sinne dem Gehirnen was erzählen Informationen liefern das sind mehr als andersrum.
00:45:32: Also unser Gehirne als Steuerungszentrale ist eigentlich in der Unterzahl wenn wir so wollen.
00:45:37: Und deswegen, das nennt man Bottom-Up Prozesse.
00:45:39: Also von unten nach oben Wenn wir jetzt mit unserem Körper die Erfahrung machen Auch wenn wir uns gerade gar nicht geil finden.
00:45:47: Aber wenn unser Körper die Erfahrungen macht Guck mal Du kannst dich frei bewegen Du kannst großatmen Du kannst große Bewegung machen Du kannst... ...wenn Stimme fließen lassen Ja Dann schenken wir unseren Gehirn die Information.
00:46:02: Schau mal du bewegst dich, du atmest Du bist am Singen, ne?
00:46:07: Alles.
00:46:07: Du kannst dich frei bewegen du bist nicht eingeklemmt und so weiter und unser Gehirn macht daraus Aha!
00:46:13: Also scheint es ja hier sicher zu sein Und das ist das Schöne daran und deswegen sage ich immer wenn ich nur eine Sache oder zwei Sachen sagen dürfte.
00:46:21: dann bewegen und tanzen also Tanzen und singen Bewegen und Stimme benutzen.
00:46:26: Ja weil eben dass genau das Gegenteil davon ist was wir eigentlich machen würden Wenn wir in Gefahr wären.
00:46:32: Und das ist so schade, dass gerade diese Form des Selbstausdrucks – ich sage auch immer vielleicht bist du gar nicht dysreguliert sondern vielleicht bist under expressed.
00:46:42: Also vielleicht mangelt es dir einen Selbstausdrück.
00:46:47: Und Selbstaus druck ist ja eine Form der Selbstregulation.
00:46:51: Unser Nervensystem würde ja ganz autonom, automatisch ohne unser Zutun sich eigentlich wieder selbst regulieren in einen regulierten Zustand.
00:46:58: Aber wenn wir jetzt aufgrund von Trauma-Erfahrung zum Beispiel in einem Zustand leider feststecken und dann nicht rausgekommen sind, dann müssen wir uns einfach ein bisschen helfen da wieder rauszukommen.
00:47:08: Und wenn wir z.B.
00:47:09: in der Untererregung feststeckten... Eigentlich auch ganz schöne Depressionen ist ja so der Shutdown, nichts geht mehr alles ist runtergedrückt.
00:47:17: Depression also wirklich runter gedrückt.
00:47:20: Was ist das Gegenteil davon?
00:47:22: Expression, Ausdruck.
00:47:24: Also wenn wir ganz unten sind in dieser Erschöpfung und so weiter dann hilft es eher dass wir so anregende körperliche Methoden nutzen, dass wir uns mal dazu motivieren auch mal einen schnelleren Schritt zu laufen oder wie gesagt mein flotteres Lied anzumachen und uns da zu bewegen oder uns mal ausschütteln während wenn wir eher so hier chronisch in dieser Übererregung sind die ganze Zeit wie ein nervöses Eichhörnchen und alles gefährlich hilft uns eher, dass wir körperliche Methoden nutzen die uns eher ein bisschen runter bringen.
00:47:53: Also dann wäre das vielleicht ein sanfteres Lied oder eher einen Summen, einen Tönen, einen Chanting oder auch sanftere Bewegungen wie wir sie zum Beispiel auch aus dem Tai Chi oder so kennen.
00:48:05: Genau und deswegen können über alleine ohne dass wir jetzt Traumotherapeutisch tätig werden oder uns in Behandlung begeben nicht.
00:48:12: das ist super.
00:48:13: also auf jeden Fall klare Empfehlung.
00:48:14: aber auch ohne dass tun können wir schon sehr, sehr viel für uns selbst tun mit solchen eigentlich vermeintlichen Kleinigkeiten.
00:48:25: Yes und manchmal ist es ja auch ganz hilfreich wenn man da ein bisschen Begleitung hat.
00:48:30: die Erfahrung hast du ja auch schon gemacht.
00:48:33: kurz Überleitung Du warst ja im Mai was dir mit uns auf Kreta zu unserem Retreat.
00:48:39: Wir haben wirklich viel getanzt und wir haben auch eigentlich immer gesungen.
00:48:44: Oh ja!
00:48:45: Egal wo wir hingefahren sind im Auto, immer am Mucker an.
00:48:49: Und ich fand es war einfach so eine schöne Runde und da haben wir im Prinzip genau das gemacht was du gerade beschrieben hast.
00:48:55: Wir haben uns ausgedrückt unter anderem.
00:48:59: Ja auf jeden Fall
00:49:00: den Verschiedsfragen.
00:49:00: Vielleicht magst du ein bisschen mal erzählen wie das für dich war?
00:49:06: Schön, schön war es.
00:49:09: Nee also ich fand's wirklich schön.
00:49:12: wie du gerade schon gesagt hast manchmal braucht man Begleitung oder manchmal braucht auch ein bisschen einfach einen Schubser und manchmal braucht Man auch Einfach Einen sicherem Rahmen.
00:49:21: Ja Und in meinem Fall vor allem den Schubsa weil Ich Also, practice what you preach mache ich manchmal leider nicht so.
00:49:32: Sondern ich lebe halt auch einen Alltag als neurodivagente Mama mit einem selbstständigen Business und mit Menschen wo ich immer ganz viel Ich gebe also ich halte Raum für andere Und gebe raus und halte die Zustände und reguliere mit und so weiter und korriguliere und korreguliere mein Kind und bla bla bla Und renne eben auch so durch meinen Alltag.
00:49:53: und deswegen habe ich auch gesagt ich brauche auf jeden Fall so ein Retreat weil ich einfach mal raus muss aus meinem eigenen ja, aus meinem eigen täglichen Trott sozusagen und klar.
00:50:08: Ich mache auch körperliche Methoden.
00:50:10: Ich lasse das auch nie weg.
00:50:11: Ich mach das jeden Tag und es empfehle ich auch zum Beispiel in meinen Kursen.
00:50:15: So ein dreißig Tage Nervensystemkurs zum Beispiel kleine Werbung an der Stelle wo die Menschen eben dreizig Tage lang von mir virtuell begleitet werden um einfach mal reinzukommen in so ein tägliches Bewegen und in so'n täglichest Ton ohne Groß, Nachdenken und Theorie.
00:50:32: Und das mache ich tatsächlich auch für mich selbst.
00:50:36: Aber
00:50:36: ich wollte eben einfach mal raus aus diesem Rahmen und rein in einen anderen Rahmen und auch rein in eine Begleitung wo ich einfach nur... Ich bin und keine Fachperson sondern einfach mal mich selber betütteln lasse sozusagen.
00:50:51: Ja?
00:50:51: Und mir selber mal der Raum geschenkt wird einfach alles da sein zu lassen, was sonst vielleicht wenig Platz hat im Alltag.
00:51:01: Und wir haben uns auch ganz viel bewegt und ich finde das auch ganz schön.
00:51:09: Ich glaube für manche Teilnehmer ist es auf jeden Fall herausfordernder als für andere.
00:51:13: also es hat ja jeder so sein eigenes Ding Und der eine bringt vielleicht auch mehr Scham mit, was jetzt Bewegungen angeht oder Tönen angeht.
00:51:22: Oder so.
00:51:22: und gerade dafür finde ich es so schön dass man das in einem sehr kleinen, sehr intimen Rahmen machen darf weil ich bin gar kein Fan von so Riesen-Events.
00:51:31: Ich bin überhaupt kein Fan davon wo dann irgendwie zwei Instructor oder Raumhalterinnen oder was auch immer da sind und irgendwie vierzig Leute begleiten.
00:51:43: Also halte ich teilweise sogar für gefährlich, je nachdem was da so für Methoden angewandt werden.
00:51:49: Deswegen wollte auch auf jeden Fall einen sehr kleinen Rahmen, wo es auch möglich wird, so Intimität herzustellen.
00:51:59: Intimitet ist ja wirklich erstmal nicht mit Sexualität zu tun sondern Intimität ist erst mal das Innerste also das verletzlichste innerste Reis geben zu können ohne dass Scham als Hüterin unserer Würde sofort sagt, nee, hier stopp.
00:52:17: Hier machen wir dicht und deswegen finde ich das so schön.
00:52:21: Also auch als wir da haben ja sehr viel und wild getanzt und bewegt in den aller verschiedensten Formen und Ausdrucksarten.
00:52:30: Ich habe es mit Augen zugemacht einfach um mich auf mich zu konzentrieren Und weil so ein bisschen dieses kindliche Prinzip, wenn ich nichts sehe sieht mich auch keiner aus.
00:52:42: Wenn ich mir die Hände vor das Gesicht halte dann bin ich versteckt!
00:52:47: Ja und ich fand es aber trotzdem... Also ich hätte jetzt auch da kein Problem gehabt, die Augen aufzumachen.
00:52:53: Das war für mich einfach dann so ein bissel schöner noch in dem Moment.
00:52:57: Aber ja genau das.
00:53:01: Deswegen, ich fand's schön Ich fand dass sehr befreiend, das auch wirklich mal in so einem Rahmen zu machen.
00:53:09: Gleichzeitig würde ich immer sagen also es gehört halt im Alltag dazu dass ist ähnlich wie wenn du sonst irgendwie eine Kur machst wo du jetzt eine Woche lang gesund bist und danach halt wieder jeden Tag McDonalds oder so.
00:53:21: Das hilft natürlich auch nicht viel bzw.
00:53:23: dann haste einmal die Erfahrung gemacht wie das ist wenn man das anders macht.
00:53:27: aber genau dafür war das auf jeden Fall ja sehr schön.
00:53:35: Ja, wie du schon gesagt hast immer das Singen auch.
00:53:37: Wir haben ja sehr viel im Auto gesungen.
00:53:39: Was ich sehr liebe und überhaupt singe wird so unterschätzt einfach.
00:53:46: Also singen und tönen.
00:53:47: Und auch da... Ich sage mal Leute hören auf euch zu schieben.
00:53:51: wirklich ist es überhaupt nicht schlimm wenn ihr nicht singen könnt.
00:53:55: also jeder kann singen Aber wenn da irgendwie schiefe Töne kommen, wenn die irgendeinen Ton nicht trefft.
00:54:00: Wenn ihr den Text nicht könnt es ist total egal.
00:54:02: also dann singt im Auto wo euch vielleicht niemand hört und mitkriegt aber singt singt bleibt nicht leise.
00:54:09: das ist wirklich.
00:54:10: Und ja und ich habe auch wir wollen ja auch ein kleines event machen mit singen.
00:54:19: Ja ich sage dass jetzt nochmal um mich selber ein bisschen zu kompetten.
00:54:24: Gut,
00:54:24: dass du's machst.
00:54:26: Wir haben noch keine Location gefunden!
00:54:27: Aber es wird mega und wir werden singen zusammen.
00:54:31: Und zwar ohne Charme.
00:54:33: Weil das ist nicht wert sich so klein zu machen und sich in seinem Selbstausdruck zubrennen aus der Angst was irgendwer denken könnte.
00:54:46: Und auch das beschließt gerade wieder den Bogen zum Thema Transgenerational.
00:54:51: Wer weiß für wen es in deiner Anlinie mal sehr wichtig war, leise zu sein.
00:54:56: Nicht den Mund aufzumachen.
00:54:58: Wurde kriegt direkt Gänsehaut ey!
00:55:02: Ja und wer wessen Stimme wurde da vielleicht schon sehr leise?
00:55:07: Das kann sehr heilsam sein.
00:55:10: aber was man auch sagen muss ich rate auch grundsätzlich von so katharischen Methoden Katarsischen, katasischen?
00:55:17: Wie heißt das?
00:55:18: Katasis.
00:55:19: Ja also von Methoden ab die so mit Horuchs sind ja also wo man jetzt wirklich dann quasi so dazu gepusht wird irgendwie in das Kissen einzuprügeln oder wo man Jetzt wirklich dazu sehr gepuscht wird laut zu schreien oder so.
00:55:37: Also deswegen das fand ich bei euch beim Retreat auch schön dass es Man hätte auch nein sagen können.
00:55:42: ihr habt zwar gekitzelt und angeregt und gesagt komm traurig mal Aber es wäre auch okay gewesen, wenn man's nicht macht und vor allem hättet ihr den Raum gehalten.
00:55:52: Wenn es schiefgegangen wäre!
00:55:55: Und mit Schiefgehen meine ich, wenn wir uns mit Gewalt in Dinge rein pushen die unser Nervensystem eigentlich nicht will wie zum Beispiel laut sein dann kann alleine das wahnsinnig überfordernd bis hin zu retraumatisieren sein.
00:56:12: weil wenn wir jetzt mal vorstellen Wir wurden wirklich mal, wir haben Gewalt erlebt.
00:56:17: Vielleicht wissen wir es gar nicht mehr weil wir waren noch so klein und das war so wichtig dass wir leise sind und dass wir uns nicht wären, weil sonst hätten wir vielleicht nicht überlebt.
00:56:27: Und unser Körper hat das abgespeichert der weiß das noch.
00:56:29: Unser Nervensystem schützt uns seit diesem Zeitpunkt damit, dass wir lieber leise sein, lieber einen Schritt zurück treten, lieber uns klein machen.
00:56:38: Wenn wir jetzt aber sagen Was für Scheißschutzmechanismen, die nerven mich alle und ich muss endlich das durchbrechen.
00:56:45: Und dann pushen wir uns dazu laut zu sein und nach vorne zu gehen und aggressiv zu werden?
00:56:52: Dann denkt unser Nervensystem also denkt in Anführungszeichen scheiße
00:56:56: jetzt
00:56:57: bringt die uns aber richtig im Lebensgefahr.
00:57:01: kann man wirklich richtig abkacken?
00:57:04: und deswegen das würde ich nicht empfehlen, sich mit Gewalt irgendwo rein zu puschen oder rein zu atmen oder rein zuschlagen oder reinzuschreien.
00:57:12: Sondern da immer auch achtsam zu sein.
00:57:17: Also achtsamt sein heißt natürlich nicht immer weiter schön den alten Mustern folgen aber eben auch nicht mit Gewald irgendwo rein pressen oder wozu was pushen, was noch nicht halten werden kann
00:57:31: Da bin ich voll und ganz bei dir.
00:57:32: Deswegen arbeiten wir ja auch traumasensibel, wir lassen immer die Wahl.
00:57:36: Man kann jederzeit sagen, ne, mach' ich nicht!
00:57:38: Und wenn man sagt Ja, ich mach's, dann sind wir da und halten uns einfach präsent.
00:57:45: Dann hat man meistens auch die Möglichkeit eine sichere Erfahrung zu machen oder eine korrigierende Erfahrung zu tun.
00:57:51: Genau das.
00:57:53: Man ist ja schon so ein bisschen raus aus der Komfortzone, das ist ja noch erstmal unangenehm... Und wenn man merkt, ich kann das aber halten und ich bin auch nicht alleine damit.
00:58:01: Dann glaubt das meistens auch ganz
00:58:04: gut.
00:58:05: Das ist ja genau das, weil du gerade gesagt hast raus aus der Komfortzone.
00:58:08: Das brauchen wir ja auch!
00:58:09: Also wenn wir immer so weitermachen und in unserer Komfort-Zone bleiben dann gibt es natürlich keinen Wachstum.
00:58:16: Aber manchmal, wenn Menschen das sagen, du musst raus aus deiner Komfort zone vergessen sie manchmal dass es vielleicht noch gar keine Komfort Zone gibt.
00:58:26: Also die muss erst mal da sein, um überhaupt einen Schritt raus machen zu können.
00:58:30: Und ich vergleiche das immer mit diesen... Vielleicht kennst du diese Forschung mit gelernte Hilflosigkeit?
00:58:36: Also gelernte Hilflosigkeit ist ja so ein Phänomen dass Menschen glauben sie können nichts oder können sich nicht retten obwohl ihnen eigentlich alle Türen offen stehen.
00:58:43: Das hat man mit Mäusen getestet.
00:58:45: Die hat man in so einem Käfig gesetzt und der Käfig war zu und die waren auch safe, wurden gefüttert, hatten alles was sie brauchen aber sie saßen auf einer Stromplatte Und diese Stromplatte hat immer mal wieder Stromstöße abgegeben und das war höchst unangenehm.
00:58:59: Eigentlich wollten die Mäuse da raus, aber die haben auch gelernt naja ich werde ja hier versorgt und gefüttert.
00:59:04: Und irgendwann hat man den Käfig aufgemacht und was haben die Mäusen gemacht?
00:59:07: Die sind auf der Stromplattahocken geblieben weil sie gelernt haben naja hier ist wenigstens sicher... ...und die sind nicht rausgegangen!
00:59:13: So geht es uns manchmal eben auch mit diesen Mustern, die zwar blöd für uns sind, weil sie uns vielleicht von unserem authentischen Selbstfernhalten von Glück unter Füllung usw.. Aber wir wissen immerhin, weil wir das so gelernt haben.
00:59:27: Naja... Wir sind sicher!
00:59:29: Immerhin sterben wir hier nicht.
00:59:30: Die sind zwar scheiße diese Muster und die stören mich aber immerhin sterb'n sie nicht.
00:59:34: So jetzt muss ich mich aber mal trauen an den Rand dieses Käfigs zu gehen Und mal wenigstens nach draußen zu gucken.
00:59:42: Das ist dann das was du meinst mit aus meiner Komfortzone.
00:59:45: Ich muss erstmal einen Schritt wagen und gucken könnte es hier auch sicher für mich sein Und dann darf ich natürlich alle möglichen Sicherheitsmaßnahmen auch ergreifen.
00:59:57: Zum Beispiel, ich brauche jemandem der mich dabei hält.
01:00:00: Wenn mich jemand jetzt hier an der Hand nimmt, dann kann ich einen Schritt rausgehen weil da kann ich mich sicher fühlen und er kann mich ja beschützen.
01:00:05: wenn jetzt jeder Adler von oben kommt oder so heißt bei dem Bild der Maus.
01:00:10: Ja?
01:00:10: Dann baue ich mir sozusagen rund um diesen Käfig drum herum eine neue Komfortzone.
01:00:17: Ja, und die muss erst mal dann da sein.
01:00:20: Und dafür brauche ich ein Minimum an Mut.
01:00:24: Also einen Minimums an Ich trau mich mal so einen unbequemen Zustand auszuhalten.
01:00:29: Das ist das große Problem weil da sind wir wieder bei intergenerational und transgenerational.
01:00:33: Viele von uns haben das halt nicht lernen dürfen.
01:00:35: Die durften negative Gefühle nicht als etwas Sicheres erleben Weil unsere Eltern, die Boomer-Eltern ja wurden teilweise noch geschlagen.
01:00:43: Dann hieß es, hab dich nicht so.
01:00:45: und bei uns hießes dann guck mal ein Eichhörnchen.
01:00:48: Und das ist doch gar nicht so schlimm und stelle ich nicht an.
01:00:50: Ja, ist ein Lolli!
01:00:52: Genau.
01:00:52: ja also weil wenn Menschen nie erfahren durften dass so eine unangenehme Erregung wie zum Beispiel Wut oder Trauer einen nicht umbringt und dann sofort versuchen die runter zu drücken oder abzulenken?
01:01:07: Dann kann man dieses Containment nicht haben, diesen Behälter.
01:01:12: Der bleibt dann immer winzig klein in dem ich quasi etwas halten können was unangenehm ist.
01:01:18: und das ja können wir machen indem wir eben dann sagen okay kleiner Schritt raus aus der Comfort Zone erstmal feststellen Ich kann einen unangenen Erregungszustand halten ohne dabei zu sterben.
01:01:31: Und wenn ich das schaffe und danach wieder mich regulieren kann dann habe ich eine neue korrigierende Erfahrung gemacht und daraus entsteht dann Wachstum.
01:01:39: Ja, genau.
01:01:42: Und solche korrigenen Erfahrungen kann man auf unseren Retreats sammeln und das nächste Kräter-Retreat wird auf jeden Fall im Mai, ich werde aber die Infos auch noch mal in die Shownotes packen.
01:01:54: und ja wir werden auch wieder nur vier Plätze vergeben so wie die Hannah das gerade schon so schön gesagt hat um einen intimen Rahmen zu schaffen damit es eben sehr... Ich mag das auch nicht wenn da so große Räume sind, wenn da viele Teilnehmer sind Kannst ja gar nicht dein Auge auf alle haben und so haben wir quasi zwei zu eins Verhältnis.
01:02:13: Und das hat man fast selten, also habe ich selten gesehen dass es so eng begleitet wird.
01:02:18: Das macht uns auch glaube ich aus.
01:02:20: Das ist unser Alleinstellungsmerkmal.
01:02:24: Ja auf jeden Fall.
01:02:25: Ich glaube das hat mal echt super selten.
01:02:28: Das hast du super selte und wie gesagt gerade für die Sachen die man da macht ist das eben aber auch sau wichtig.
01:02:37: Wenn du dann da sitzt und weinst oder schluchtst, oder brotzt
01:02:42: wie ich.
01:02:43: Und jemanden brauchst ihr die Rötze wegwischt!
01:02:46: Dann will ich dann nicht mit vierzig anderen und nur zwei Instruktoren sein.
01:02:50: Deswegen kann ich das auch sehr empfehlen.
01:02:57: Ja, ja, Hanalein... Ich glaube wir sind schon fast... Wir haben sehr viele Themen bewegt heute?
01:03:04: Ich möchte dir gerade nochmal den Raum geben für dein Buch, weil du schreibst ja auch ein tolles Buch.
01:03:09: Vielleicht magste dazu noch was sagen?
01:03:11: Ja!
01:03:13: Oh Gott...
01:03:14: Ja,
01:03:14: ein Riesenprojekt für mich.
01:03:15: Krass.
01:03:16: Auch für mich einen Schritt aus der Komfortzone raus.
01:03:19: Genau ich schreibe ein Buch und da geht es eben genau um diese Themen also nicht nur um transgenerationales Erbe sondern eigentlich um alles was wir so in uns tragen was wir mitbekommen haben, transgenerational über unsere Erziehung.
01:03:34: Über das, was vielleicht unseren Eltern schon fehlte.
01:03:37: Über toxische Familiendynamiken, Rollen die uns gegeben wurden oder die wir irgendwie wie automatisch angenommen haben.
01:03:45: Erwartungen, die wir bis heute erfüllen.
01:03:47: Ja wo wir bis Heute vielleicht die Erwartung in unserer Familie oder unsere Eltern erfülle immer wieder in alte Rollen rutschen wenn Weihnachten ist oder wenn wir irgendwie Zusammenkünfte haben Ja, und vor allem wie wir das natürlich möglicherweise möglichst aufarbeiten um es nicht an unsere Kinder weiterzugeben.
01:04:05: Also um unsere Kinder davon eben so gutes geht zu befreien.
01:04:09: Und ich sage immer Wir alle werden unseren Kindern Steine in den Rucksack legen.
01:04:12: Das dürfen wir auch betrauern.
01:04:14: also es hilft auch nichts dass irgendwie ja zu relativieren oder zu sagen naja aber ich weiß schon so viel bei mir wird das auf jeden Fall passieren.
01:04:22: doch weil mir wird's auch passieren ist Ich bin mir ziemlich sicher Und deswegen dürfen wir aber uns bemühen, so wenig Steine wie möglich in den Rucksack unsere Kinder zu packen und vor allem daneben auch ganz viele Tools und Werkzeuge und Möglichkeiten des Umgangs damit.
01:04:39: Genau ja!
01:04:40: Deswegen schreibe ich ein Buch.
01:04:42: Es ist eigentlich noch gar nicht so richtig... Ja es dauert noch eine ganze Weile.
01:04:47: Also das wird erst im Frühjahr nächstes Jahr rauskommen.
01:04:50: Frühjah hat es im Jahr setzten.
01:04:53: Ja, vielleicht mag sich der eine oder andere ja auf mein Newsletter schreiben um es gar auf keinen Fall zu verpassen.
01:04:58: Oder sich schon mal vormerken.
01:05:00: Ähm...ja ich bin auf jeden Fall ganz, ganz... Die
01:05:02: Newsletter kann ich übrigens auch sehr empfehlen!
01:05:03: Der Newsletter ist ganz, Ganz toll.
01:05:05: du schreibst wirklich tolle Sachen.
01:05:07: also kann ich auch von Herzen empfehle und den werden wir auf jeden fall auch verlinken.
01:05:11: Und das Buch sollte auf jedenfall jeder lesen.
01:05:12: Sollte wirklich jeder Lesen.
01:05:14: Ja finde ich auch.
01:05:14: Gerade nach dem was wir jetzt hier heute besprochen haben Jeder sollte es
01:05:19: nicht.
01:05:19: finde ich auch.
01:05:20: Also, ich schreibe es überwiegend so für die Generation der Millennials aber ich glaube auch andere werden sich darin wiederfinden und ich glaub man kann so viel davon für sich mitnehmen dass das... Ich hab da wirklich alles reingepackt und ich hoffe der Verlag lässt alles
01:05:38: drin.
01:05:39: Fingers crossed!
01:05:42: Ja ja Dadurch ja auch wirklich viel zu sagen hast, bist du natürlich auch bei mir in meiner Ausbildung dabei und darfst meine Azubinen mit einem Workshop noch ein bisschen mehr Wissen vermitteln.
01:05:58: Also was wir da genau machen werden, wenn wir noch besprechen aber ich denke mal auch das wird in dieses Transgenerational... Oh Gott!
01:06:04: Transgenerationale Thema mit reingehen weil es halt einfach unfassbar wichtig ist.
01:06:08: und auch finde jeder Coach sollte wissen dass es das gibt wie man dann eben Menschen auch helfen kann.
01:06:15: Das ist sehr, sehr wichtig finde ich.
01:06:18: Ja.
01:06:22: Gut!
01:06:22: Dann würde ich sagen... Ich bedanke mich für deine Zeit, für deine Expertise, für das ganze Wissen was du hier geteilt hast und ich denke mal wir machen noch eine Folge, was du ja schon gesagt hast mit den Verantwortung im Familiensystem.
01:06:37: Ich glaube es wird auch nochmal spannend dass Da können sich meine Mädels auch viel von abschneiden, weil ich glaube das ist auch ganz oft sehr ungerecht verteilt.
01:06:48: Und man hat dadurch einfach sehr viel Stress und macht sich sehr viel Druck und da kann man auch einiges lösen wenn man da mal auf mit seinem Partner drüber spricht.
01:06:58: Dann werden wir auf jeden Fall auch nochmal darüber sprechen!
01:07:00: Also ich danke dir für deine Zeit und bis
01:07:05: bald!
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